Eröffnung Kunstausstellung am 7.11.2019 bei Orange Consulting

Reflection on transformation - Gedanken zum Wandel

Rede von Simone May zur Eröffnung der Kunstausstellung.

Herzlich willkommen zur Ausstellungseröffnung!

Ich freue mich sehr, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind und sich für verschiedene Transformationen interessieren. Sehr gerne führe ich Sie in den heutigen Abend und die Kunst hier ein.

Reflection on transformation. Da denken wir gleich an die digitale Transformation, denn diese ist in aller Munde und Dauerthema und man könnte meinen, sie käme auf uns zu. Das stimmt aber nicht, wir sind mittendrin.

Aber nicht nur in der digitalen, auch analog sind wir analogen Menschen mitten in der Transformation. Genau genommen, sogar ständig. Denn in uns, in unserem Körper und in unserer Seele findet ein permanenter Wandel statt – oder gibt es hier jemanden unter den Gästen, der heute noch so ist, wie zum Zeitpunkt der Geburt?

Wir Dauer-Wandler sollen nun zusätzlich noch Umdenken, Umlernen, Umgewöhnen. Wir sind während der digitalen Transformation nicht mehr nur Menschen, wir sind die digital immigrants, digital natives und dann gibt noch ein paar Dinos: die digitale offliner?

Vor allem sind heute Abend hier sowie auch vorwiegend in unserer Gesellschaft überwiegend digitale Einwanderer – wie ich feststelle.

Jene, die die Zeit vorher kannten, als man zum Telefonieren noch in die Diele musste, weil dort das Telefon der Wählscheibe auf dem Tischchen stand, wo das Kabel in die Buchse ging.

Jene die erlebt haben, dass man Schreibmaschinen zum Texte schreiben und später den Computer zum Texte verarbeiten nutzen konnte. Diejenigen für die Technik ein Tool ist, ein Hilfsmittel, nicht ein Toy, ein Spielzeug.

Wir Einwanderer der Generation X sind umgeben oder werden „followed“ von den digitalen Eingeborenen, hier und auf der Arbeit und mitunter prallen Welten aufeinander. Wir Einwanderer, die statistisch größere Anzahl, sollen in Unternehmen den Wandel für uns und die anderen gestalten. Disruptiv, radikal, konsequent. Wollen wir das, können wir das, schaffen wir das?

Und schaffen Arbeitgeber Umfelder und Rahmenbedingungen, in denen die digitale Transformation nicht nur sein soll und sein darf, sondern auch aufgrund der Umstände überhaupt möglich ist?

Das sind die Fragen, die uns beschäftigen. Sie beschäftigen mich als Mensch, einige hier anwesende Gäste, wie ich sehe, hier auch und diese Fragen beschäftigen uns als Unternehmensberater, die Fragen sollen von uns im Change Prozess beantwortet werden. Denn:

Wir alle sind mitten drin den Übergang vom Industriezeitalter, wo noch richtig was geschaffen wurde, zum Informations- und digitalen Zeitalter, wo vor allem gedacht wird, zu erleben.

Was macht das Digitale mit uns, was machen wir mit dem Digitalen?

Was machen Arbeitgeber mit deren Arbeitskraft, was machen Arbeitnehmer mit ihrer Arbeit?

Fakt ist, Veränderungen werfen Fragen auf. Und je weniger Antworten es gibt, desto unsicherer werden wir. Und je mehr Möglichkeiten, je mehr Technik es gibt, desto größer die Versuchung.

Wir können den Zuckerspiegel tracken durch einen Knopf am Arm, wir können uns Chips implantieren lassen, um die Zeiterfassung zu erleichtern, und wir können noch viel mehr. Wollen wir wirklich Hubots werden? Oder sind wir schon Hubots und merken es nicht einmal?

Als Unternehmensberaterin erlebe ich in den Veränderungsprozessen, die ich strategisch und operativ begleite, dass Menschen sich nach menschlichem Kontakt und menschlichen Begegnungen sehnen. Es gibt im digitalen Zeitalter den zunehmenden Wunsch und einen wachsenden Trend nach analogen Live Settings - und zwar Generationen übergreifend. Wie hier und heute Abend!

Was also ist meine Antwort auf die Frage, wie es gelingt, Menschen zum digitalen Wandel zu motivieren, zu befähigen und die digitale Welt ins Arbeitsleben zu inkludieren?

Analoge Räume schaffen, in denen Menschen digitale und analoge Transformationen in Echtzeit erleben. Raum für Austausch und Kreativität geben. Kontroverse Gedanken zulassen. Disruption willkommen heißen – den Schmetterling in seiner Schönheit können wir schließlich auch nur erleben, weil die Puppe, in der er beim Wachsen gesteckt hat, bei seinem Schlüpfen im Prozess des Wandels zerstört wurde.

Lassen Sie uns Transformationen gestalten. Gemeinsam und achtsam mit anderen Menschen und für uns Menschen.

Einer der sich diese Gedanken macht ist der Künstler, wegen dem Sie heute hierhergekommen sind: Javier Quesada Burke.

Quesada wurde 1956 in Costa Rica geboren in einer Bildhauerfamilie. Er hat eine Ausbildung zum Holzbildhauer gemacht und Bildhauerei studiert. Mit 31 Jahren siedelte er über nach Deutschland, wo er zunächst als Künstler im Hamburg tätig war.

Seit nunmehr 26 Jahren, seit 1993 ist Javier Wahlkölner, arbeitet in Ehrenfeld und wohnt in Leverkusen.

Seit 1993 stellt er gemeinsam mit anderen aus. Doch diese Ausstellung hier und heute bei Orange Consulting ist die umfangreichste Ausstellung, die er je zuvor als Einzelausstellung gestaltet hat.

64 wunderschöne leuchtende Bilder sind bis Januar in unseren Räumen zu sehen. Wir freuen uns riesig, dass wir Javier überzeugen konnten, von den ursprünglich anvisierten 30 Bildern auf die doppelte Anzahl aufzustocken und sind sehr stolz auf das Ergebnis!

„Reflection on transformation“ ist der Titel der Ausstellung. Transformation als fundamentaler, dauerhafter Wandel, darum geht es in Quesadas Bildern. Wie bei uns, insofern haben wir mit Quesadas Bildern eine wunderbare stilistisch komplementäre und fantastisch greifbare analoge Ergänzung zu unserem digitalen Alltag, der zugegeben deutlich kopflastiger ist!

Javier zeigt uns seinen Blick auf Menschen, die auf der Suche nach neuen Perspektiven sind und vielgestaltige Räume durchlaufen. Wir sehen Menschen, die ihren ganz persönlichen Weg gehen und sich von den all den Möglichkeiten nicht beirren lassen. Sie bewegen sich nicht durch den Daten- und Informationsdschungel wie wir, sondern durch das echte Leben! Sie lassen das vergangene hinter sich und gehen der Zukunft entgegen.

Zu sehen sind hier auch viele Bilder, in denen Köpfe angedeutet sind. Diese stehen für den Prozess der Entscheidungsfindung und die Konzentration auf das Wesentliche. Die unvollständigen Linien verdeutlichen, dass das Ganze in den Teilen bereits enthalten ist und wir intuitiv die fehlenden Teile ergänzen.

Die Kombination aus figürlich und abstrakt, reduziert und komplex erleben wir hier ebenfalls in einigen Bildern. Kompositionen die viel Raum für eigene Gedanken zum Wandel geben.

Gedanken zum Wandel: Javier Quesada lädt uns mit seiner Kunst ein, zu assoziieren, was war, was ist und wohin unser Weg geht. Ich lade Sie heute ebenfalls ein:

Zu einem Abend voller guter Gespräche und einem Rahmen der Begegnung mit Menschen ermöglicht, die Sie auf dem weiteren Weg inspirieren.

Ich lade Sie ein, die Kunst von Javier Quesada zu genießen, mit Javier Quesada in den Dialog zu treten, und echte Kunst zu erwerben.

Ich lade zu einem musikalischen Höhepunkt ein: Markus Brinkmann beschenkt uns heute Abend musikalisch mit seinen Interpretationen bekannter Songs und eigenen Kompositionen.

Ich lade Sie ein, sich mit unserem Angebot zu beschäftigen und Menschen aus dem Team und Netzwerk Orange Consulting kennen zu lernen. Eine von denen ist Martina Lauterjung, die zwei Seminare zu Kernkompetenzen im digitalen Zeitalter hier bei uns durchführt.

Dann habe ich noch was für Sie: Eine Einladung sich künstlerisch zu betätigen und gemeinsam mit den hier Anwesenden ein Kunstwerk zu schaffen. Hier hinter mir ist eine Säule vorbereitet, das wird der Totem der persönlichen Transformation:

Es liegen Karten und Stifte bereit. Sie knicken eine Karte, so dass vier Flächen entstehen. Zwei Flächen gestalten Sie: Die eine ist Ihr persönliches VORHER und die andere Ihr persönliche NACHHER. Sie skizzieren also IHRE Transformation. Und wenn Sie fertig sind, kleben Sie die Karte auf die Säule, wie es dort bereits vorgemacht ist.

Sie können alle vier Seiten der Säule bekleben und das Ergebnis wird zur Finissage am 9. Januar 2020 vervollständigt und dann wieder hier zu sehen sein. Wie die Installation, die in unserer Diele links hängt und während unserer ersten Ausstellung mit Doris Maile entstanden ist.

Schließlich lade ich Sie ein, alles was es an Essen und Trinken gibt zu genießen! Es gibt Chili con Carne und Chili con Tofu, noch mehr Sekt und kühles Kölsch und vieles mehr. Bitte bedienen Sie sich.

Jetzt bleibt mir nur noch eins zu sagen: DANKE an alle, die diesen wunderbaren Abend ermöglicht haben.

Ich wünsche uns allen einen genussvollen und inspirierenden Abend!

Simone May, Köln, 7. November 2019.

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